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Die Idee hoch
Aus einer Gesprächslaune hinaus entwickelte sich Weihnachten 2004 zwischen Hans-Gerd und Frank Steiniger der Gedanke, an der Grube Silberhardt in Öttershagen eine für das Schaubergwerk öffentlich wirksame Veranstaltung zu organisieren. Die Idee eines Theaterstücks kam dadurch, dass auf dem Gabentisch ein Buch von Klas Ewert Everwyn über die historische Figur Johann Wilhelm Pauli lag, genannt der "Paul von Bettenhagen", in dem auch die Grube Silberhardt genannt war. Dort hatte dieser nachweislich ein halbes Jahr als Bergmann gearbeitet.

Es wurde beim Autor angefragt, ob er die Möglichkeit sähe, aus dieser Geschichte ein Theaterstück zu schreiben und er stimmte begeistert zu. Die zweite Anfrage richtete sich an die Theatergruppe Windeck unter Leitung von Reinhard Wagner. Auch diese sah hierin eine weitere Herausforderung, vor
allem was die Thematik und den Spielort anbelangte.

Nachdem der Autor im Mai 2005 das Gerüst des Dreiteilers erstellt hatte, und auch bereits einige Fachleute ihre Mitarbeit angeboten hatten, wurde den örtlichen Vereinen das Vorhaben am 16. Dezember 2005 in einer Veranstaltung mit Lesung des Autors in Öttershagen, zusammen mit dem Bürgermeister Jürgen Funke, vorgestellt.

Im Sommer dieses Jahres wurde dann die Arbeitsgemeinschaft Theaterstück "Ein gewisser Paul von Bettenhagen" mit insgesamt acht Vereinen gegründet. Ein weiterer Verein unterstützt das Vorhaben finanziell.



Die Geschichte hoch
Es handelt sich hierbei um die authentische Geschichte des 1793 in Bettenhagen geborenen Johann Wilhelm Pauli, nachzulesen in den Büchern von Klas Ewert Everwyn "Einmal Räuber immer Räuber", "Sterben kann ich überall" und "Für fremde Kaiser und kein Vaterland", letzteres sogar ausgezeichnet mit dem Jugend-Literaturpreis.

Die Handlung dreht sich um das recht kurze Leben der Hauptfigur, angefangen mit seiner Suche nach einer Arbeitsstelle, die ihn auch ein halbes Jahr lang als Bergmann nach Öttershagen in die Grube Silberhardt brachte. Die Dramaturgie
beginnt mit der Losziehung (Rekrutierung durch Losentscheidung) in Waldbröl. Obwohl schon in den "Journalen" (damalige Zeitungen) zu lesen war, was sich dadurch auch schnell über Land verbreitete, dass der Russlandkrieg als verloren galt, zog die französische Armee noch junge Männer aus der Region und schickte sie an die Front. Als sich Johann Wilhelm Pauli mit einigen Leidgenossen, lediglich mit Knüppeln bewaffnet, Richtung Siegen aufmachte, um sich gegen die Einziehung zu wehren, wurde der Aufstand von den Franzosen niedergeschlagen.
auf einem Pferd saß und einen Säbel trug, hielten ihn die Besatzer für den Anführer. Das Militärtribunal, welches in Dillenburg (Hauptort der Departements de la Sieg) tagte, verurteilte ihn zum Tode durch Erschießen. Die Exekution erfolgte 1813 an der evangelischen Kirche Waldbröl.

Ob Johann Wilhelm Pauli ein Rebell war, oder ob ein junger Kerl, der nur seine Freiheit suchte und nicht in einem aussichtslosen Krieg sterben wollte, Opfer der örtlichen Machtinteressen wurde, diese Frage wurde in Waldbröl vor einigen Jahren kontrovers diskutiert. Die Benennung einer Straße nach seinem Namen wurde ihm nicht gewährt, immerhin - nach langer Debatte im Stadtrat - eine Gedenktafel auf dem Grundstück von Christel Wehner in Bettenhagen.



Der Autor hoch
Klas Ewert Everwyn wurde 1930 in Köln geboren. Noch kurz vor dem Ende des zweiten Weltkrieges wurde er im Alter von 14 Jahren Soldat. In der noch verbliebenen Jugendzeit lebte er im Oberbergischen Kreis in Waldbröl und besuchte dort das Hollenberg-Gymnasium. Nach dem Krieg war er in verschiedenen Verwaltungsberufen tätig und machte sich als Autor einen Namen.
Everwyn Nach 1960 erschienen seine ersten großen Veröffentlichungen. Zahlreiche Hörspiele, Romane, Erzählungen und Jugendbücher zählen zu seinen Werken. Er erhielt dafür zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem den Jugendliteraturpreis.

Die Idee, eines seiner Bücherthemen in einem Theaterstück aufzuarbeiten, nahm er direkt gerne auf. Findet einer seiner Romanfiguren, hier der "Paul von Bettenhagen", nun doch noch die lang verschmähte, öffentliche Anerkennung in seiner Heimat.

Herr Everwyn arbeitet auch praktisch und beratend an der Gestaltung der Veranstaltung mit. So wird er durch örtliche Lesungen und Signierstunden in Windeck mit dazu beitragen, dass die Veranstaltung die nötige Werbung erfährt und sie zu einem Erfolg wird.



Die Regie, die Darsteller und die Veranstalter hoch
Die Theatergruppe Windeck wird die schauspielerische Darstellung des Bühnenstücks gestalten.
Reinhard Wagner Reinhard Wagner ist ihr Vorsitzender und übernimmt auch die Regie. Bereits 1992 traten die Windecker mit ihrem ersten Stück "Der Meisterboxer" von Willi Millowitsch auf. Von da an gab es jedes Jahr eine Aufführung, jeweils in Windeck und Eitorf. Auch in diesem Jahr präsentiert sich die Gruppe im November und Dezember mit dem Schwank "Erben ist nicht leicht" von Werner G. Pfaus. Mittlerweile verfügt die Theatergruppe Windeck auch über eine Jugendgruppe, die sich unter Leitung von Bettina Dornseifer in der Villa Laurentius wöchentlich trifft.


Die Erfahrungen auf der Freilichtbühne machten sie zusammen mit der Hobby-Bühne Hurst im Jahr 2000 und 2005 mit der Aufführung "Der Graf von Windeck" auf der Burgruine Windeck, ebenfalls in Zusammenarbeit mit den örtlichen Vereinen. Beide Veranstaltungen waren ein Zuschauermagnet in der Region.

Die Darsteller sind allesamt örtlich ansässige Laienschauspieler, die es aber durch jahrelange Bühnenerfahrung an Professionalität nicht mangeln lassen. Das Stück "Ein gewisser Paul von Bettenhagen" bietet allen Beteiligten noch zusätzliche Herausforderungen. Reinhard Wagner freut sich mit seinen Leuten aber schon jetzt, diese im nächsten Jahr zu meistern. Damit die Szenerie komplett wirkt, werden zahlreiche Komparsen zum Einsatz kommen.

Zusätzlich werden sieben örtliche Vereine die Theateraufführung praktisch unterstützen:

Verkehrsverein Windecker Ländchen e.V.
MGV 1818 Öttershagen e.V.
Bürgerverein Halscheid e.V.
Förderverein zur Erhaltung der Bergbau- und Hüttentradition e.V.
Frauenchor Öttershagen e.V.
Frauenchor Halscheid e.V.
Karnevalsgesellschaft Herchen e.V.

Aus diesen Vereinen haben sich bereits Arbeitsgruppen gebildet, die sich mit dem Bühnenbild beschäftigen, der Technik und der Tribüne. Ebenso stellen diese die Mitarbeiter für den Maskenbildner, den Kostümschneider und die Organisation. Die wichtigen Entscheidungen treffen alle gemeinsam bei regelmäßigen Sitzungen.

Der ortsansässige Bürger- und Verschönerungsverein unterstützt die Veranstaltung durch eine finanzielle Einlage.

Gruppe
Bild: CSD, Rhein-Sieg-Anzeiger




Der Spielort und das Bühnenbild hoch
Den Spielort an der Grube Silberhardt würde wohl kaum jemand sofort als eine Theaterbühne in Betracht ziehen, wäre da nicht der historische Ort, an dem der "tragische Held" unserer Geschichte nachweislich gearbeitet hat. Zeitgleich mit der oder besser gesagt einer der Ursprünge der Idee war die Tatsache, dass man in einem neu entdeckten Stollen ein noch gut erhaltenes Stück einer Haspel fand. Zurzeit wird dieses auf sein Alter hin untersucht, mündlich wurde aber bereits bestätigt, dass diese Haspel aus der Zeit stammt, in der Johann Wilhelm Pauli dort tätig war.
Da der "Paul von Bettenhagen" in den Gerichtsurkunden als hager, klein und schmächtig beschrieben wurde, lässt es die Vermutung zu, dass er an einer solchen Haspel gearbeitet hat, da er wegen seiner Statur dafür am besten geeignet war.

Die Beratungen mit Fachleuten vor Ort ergaben, dass man den Hang dafür nutzen kann, die verschiedenen Bühnenbilder dort einzubauen.

Bühne 1 Es sind insgesamt sieben Kulissen erforderlich. Die "Kirche zu Waldbröl" wird man ganz oben platzieren, etwas unterhalb auf einem vorhandenen Tableau die "Schänke in Holpe". Im unteren Bereich wird die "Hütte" aufgebaut, das Heim der Familie Pauli, etwas versetzt das "Amtszimmer in Düsseldorf", was dann auch, durch Austausch einiger Elemente, als "Gerichtssaal" dienen soll. Die beiden anderen Kulissen "Wald" und "Gefechtsfeld" bilden den Rahmen.

Der Bühnenbildner Hermann Uppena hat bereits einige Bilder fertig gestellt. Alleine der Wald wird etwa dreißig laufende Bühne 2 Meter ausmachen, an den Rändern durch seine fleißigen Helfer der Vereine ausgesägt. Gebäude und Räume werden zu einer spielfilmreifen Szenerie zusammengefügt.

Auf dem Vorplatz wird dann eine Tribüne der Firma EPS GmbH aus Köln geliefert, die unter anderem für die Konzerte der Rolling Stones, Robbie Williams und auch für den Papstbesuch das Equipment lieferte. Dadurch können jedem Zuschauer gute Sichtverhältnisse auf jedem der 500 Sitzplätze garantiert werden. Die Firma sorgt auch für den Auf- und Abbau.

Vor der Tribüne, zum Sportplatzgelände hin, wird dann ein "Dorfanger" aufgebaut, auf dem die Bewirtung mit zeitgenössischen Speisen und Getränken erfolgen soll. Auch ein spezielles Haferbrot soll an allen Spieltagen frisch aus dem Backes zum Verkauf angeboten werden. Komparsen werden in dieser Dorfkulisse ein Bild dieser Zeit darstellen.



Die Organisation hoch
Federführend ist hier Martina Schneider vom Verkehrsverein tätig. Unterstützung bei der Gesamtorganisation erhält sie von Frank Steiniger, der sich vor allem um die Werbung, Verkehrssicherung, Vorverkauf und Finanzen kümmern wird. Reinhard Wagner und Erika Schwung sind verantwortlich für die Produktion und verbinden Regie und Technik. Wichtig sind den Hauptverantwortlichen dabei die ständigen Absprachen mit den Vereinsvorständen, schließlich wird mit einem hohen Aufwand gearbeitet, der eine besondere Qualität für den Zuschauer garantieren soll.



Die Technik, Kostüme und Maske hoch
Für die richtige Tonqualität, aber auch für die Infrastruktur während der gesamten Aufführung sorgen örtliche Installateure aus den Vereinen und ehemalige Mitarbeiter des WDR, die sich ehrenamtlich zur Verfügung gestellt haben. Es soll mit Bodenmikrofonen gearbeitet werden, die
überall für eine gute übertragungsqualität sorgen, denn anders als bei gewöhnlichen Bühnen ist hier der Spielort unterteilt und breitet sich über ein ganzes Gelände aus. Die Installation wird dann in einem Technikraum zusammengeführt, aus dem jede Vorführung betreut wird.

Damit die Schauspieler und Komparsen die Epoche widerspiegeln, werden durch den Kostümbildner (einen ehemaligen Mitarbeiter des WDR), die entsprechenden Kostüme geschneidert. Momentan zeichnet er bereits die Vielzahl der notwendigen Modelle. Dabei wird er auf geschickte Hände der mitwirkenden Näherinnen aus den Vereinen angewiesen sein. Einiges wird dann auch beim Kostümverleih Sommer in Dortmund als Leihgabe bezogen.

Ein ehemaliger Maskenbildner wird durch das richtige "Make up" den Zeitgeist in die Gesichter der Schauspieler bringen. Auch er wird durch weitere Helfer unterstützt.



Der Komponist hoch
Carsten Nöbel (alias vdBusche) aus Bonn arbeitet seit diesem Frühjahr an der Vertonung und der Geräuschkulisse. Dabei soll eine Titelmusik entstehen und die vom Autor verwendeten Lieder und Balladen eingearbeitet werden. Mit den örtlichen Sängern wird es dann zu einer Aufnahme in seinem Tonstudio kommen. Die Geräusche werden die Zuschauer dann mit der Dolby-Surround-Technik wahrnehmen können, dass heißt, die Geräusche nimmt man mit der jeweiligen Szene wie am selben Ort entstanden wahr.

Die Aufführungstermine hoch

07. Juni (Generalprobe)
08./09./10. Juni 2007
15./16./17. Juni 2007
22./23./24. Juni 2007

Zusätzlich sind die umliegenden Schulen angeschrieben worden, ob ein Interesse für eine Vormittagsaufführung besteht, die dann zusätzlich organisiert würde.

Der Kartenvorverkauf hat mit dem Martinsmarkt in Rosbach begonnen. Das Logo und das Layout für Karten und Werbemittel sind erarbeitet worden. Der Kartenpreis liegt bei EURO 16,00 für Erwachsene und EURO 10,00 für Kinder bis 12 Jahren. Für Schulveranstaltungen werden gesonderte Konditionen ausgearbeitet. Der Vorverkauf wird über die teilnehmenden Vereine und über örtliche und überörtliche Vorverkaufsstellen organisiert.

Grube Silberhardt 1870
Grube Silberhardt 1870